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Bevor hier alle ganz weg sind...
#21
(11.11.2020, 19:08)phaeton schrieb:
(11.11.2020, 12:29)Melvin schrieb: Waggis hat mir übrigens vor Jahren den Egregor-Begriff geliefert, keine Ahnung, ob er sich noch daran erinnert. Ich bin ihm jedenfalls dankbar dafür. 


Also Momentan komm ich meinen Nacken- und Gesichtsspastiken bei, indem ich die Muskulatur bis zum Erschlaffen anspanne. Dadurch wird mir klar, wie wichtig mein Körper als Gefäß emotionaler Spannung ist und wie toxisch die Ausklammerung desselben in sämtlichen Therapieverfahren. 

Zitat:Elevation Eight: was willst Du erreichen?
Ich denke, ja, da bin ich auch ganz ehrlich, den Egotod. 

Seid ihr überhaupt noch da?

Ja, Melvin, ich zb. bin immer mal da und lese eure Beiträge.

Mir hat Waagis übrigens auchmal Gutes getan. Hab viel von ihm lernen dürfen,dafür bin ich auch dankbar.

Bishin zum Egotod? Du willlst dein Selbst verlieren,dich selbst....ohne Ego,oder vielleicht ein angepasstes Ego?

Angepasst an deine bisherige oder neuerlernte Weltanschauung?

Es heißt ja ,dass zb. budhistische Mönche ohne jegliches Ego leben...,oder anderst ausgedrückt,dies ihr Ziel bis zur vollendenten Weisheit sei....,was ja über Jahrzehnte des Lernens,bishin zur Selbstaufgabe praktiziert wird...
Wobei das Wort "Selbstaufgabe" nichts anderes bedeutet,sein eigenes Ich vollkommen "hinten anzustellen"...

Lächelnderweise selbst in jeder Demütigung eine Weisheit erkennen und auch aussprechen...

Nur so ein paar Gedanken dazu, wie stellst du dir das denn vor....deinen Egotod?

Liebe Grüße,phaeton
Heart Heart Heart

Ich weiß nicht, ich stelle ihn mir eigentlich nicht vor. Wahrscheinlich klingt das auch zu martialisch und ich meine eigentlich was ganz anderes. Ich will freudvoll sein, das ist wohl wirklich mein Ziel. Dafür bin ich hier. Freude. Freudlosigkeit (Anhedonie) sei eine zentrale Symptomatik des depressiven Syndroms. Ich glaube, dass das Ich in mir macht, dass ich freudlos bin. Es sieht die Welt sehr schwarz, verneint sie, will hinfort. Es ist sehr raffiniert dabei, obwohl ich es schon einige Male durchschaut habe. Ich habe wirklich mehr als einmal durch mein Ego hindurch in die Welt geschaut und das war freudvoll. Mehr als alles andere, das mir je geschehen ist. Vielleicht verstehst du mich nun besser? 

(Was ich jedenfalls nie wieder vorhabe: Mich in eine verhaltenstherapeutische Therapie zu begeben, die mit Biegen und Brechen ein verdorbenes Ego aufzrichten bestrebt ist. Bla alles ist erlernt. Bla alles ist verlernbar. Bla Neuroplastizität. Bla bla bla. Anstatt ein Trümmerfeld zu räumen, wäre es doch logischer, dasselbe zu verlassen!?)
The whole man must move together. 
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#22
(15.11.2020, 18:52)Melvin schrieb:
(11.11.2020, 19:08)phaeton schrieb:
(11.11.2020, 12:29)Melvin schrieb: Waggis hat mir übrigens vor Jahren den Egregor-Begriff geliefert, keine Ahnung, ob er sich noch daran erinnert. Ich bin ihm jedenfalls dankbar dafür. 


Also Momentan komm ich meinen Nacken- und Gesichtsspastiken bei, indem ich die Muskulatur bis zum Erschlaffen anspanne. Dadurch wird mir klar, wie wichtig mein Körper als Gefäß emotionaler Spannung ist und wie toxisch die Ausklammerung desselben in sämtlichen Therapieverfahren. 

Ich denke, ja, da bin ich auch ganz ehrlich, den Egotod. 

Seid ihr überhaupt noch da?

Ja, Melvin, ich zb. bin immer mal da und lese eure Beiträge.

Mir hat Waagis übrigens auchmal Gutes getan. Hab viel von ihm lernen dürfen,dafür bin ich auch dankbar.

Bishin zum Egotod? Du willlst dein Selbst verlieren,dich selbst....ohne Ego,oder vielleicht ein angepasstes Ego?

Angepasst an deine bisherige oder neuerlernte Weltanschauung?

Es heißt ja ,dass zb. budhistische Mönche ohne jegliches Ego leben...,oder anderst ausgedrückt,dies ihr Ziel bis zur vollendenten Weisheit sei....,was ja über Jahrzehnte des Lernens,bishin zur Selbstaufgabe praktiziert wird...
Wobei das Wort "Selbstaufgabe" nichts anderes bedeutet,sein eigenes Ich vollkommen "hinten anzustellen"...

Lächelnderweise selbst in jeder Demütigung eine Weisheit erkennen und auch aussprechen...

Nur so ein paar Gedanken dazu, wie stellst du dir das denn vor....deinen Egotod?

Liebe Grüße,phaeton
Heart Heart Heart

Ich weiß nicht, ich stelle ihn mir eigentlich nicht vor. Wahrscheinlich klingt das auch zu martialisch und ich meine eigentlich was ganz anderes. Ich will freudvoll sein, das ist wohl wirklich mein Ziel. Dafür bin ich hier. Freude. Freudlosigkeit (Anhedonie) sei eine zentrale Symptomatik des depressiven Syndroms. Ich glaube, dass das Ich in mir macht, dass ich freudlos bin. Es sieht die Welt sehr schwarz, verneint sie, will hinfort. Es ist sehr raffiniert dabei, obwohl ich es schon einige Male durchschaut habe. Ich habe wirklich mehr als einmal durch mein Ego hindurch in die Welt geschaut und das war freudvoll. Mehr als alles andere, das mir je geschehen ist. Vielleicht verstehst du mich nun besser? 

(Was ich jedenfalls nie wieder vorhabe: Mich in eine verhaltenstherapeutische Therapie zu begeben, die mit Biegen und Brechen ein verdorbenes Ego aufzrichten bestrebt ist. Bla alles ist erlernt. Bla alles ist verlernbar. Bla Neuroplastizität. Bla bla bla. Anstatt ein Trümmerfeld zu räumen, wäre es doch logischer, dasselbe zu verlassen!?)
Hallo Melvin,

dass hab ich eigentlich auch so verstanden,war mir aber noch etwas unsicher und deshalb der Wunsch,dass du es mir nochmal erklärst.

Du bist praktisch ständig im Negativen gefangen und kannst dich an nichts erfreuen,auch aufgrund all der Dinge,die dir schon widerfahren sind.

Denke ich da genauso wie du, eine etwaige Therapie käme auch für mich nicht in Frage und dir da zustimme.
Ausserdem kannst du deinen Zustand ja selbst sehr gut definieren,du weißt,warum alles so ist,wie es eben ist.

Der erste Schritt für dich wäre wohl zu lernen,den Schatten(das Negative) genauso anzunehmen,wie das Licht
(das Freudvolle,Positive)
Denn,ohne Licht gibts keinen Schatten. All das,was du erlebt hast,dich in der Dunkelheit gefangen hat,nocheinmal anschauen,es als ein Teil deines Ich`s anzunehmen ,um es dann abzulegen....
Die Seele kann heilen,trägt sie viele Narben davon,bis der Weg zur Freude offen ist.

Das kannst du erlernen. Man sagt ja auch,an jedem Leid wächst man ein Stück mehr....
Sich dessen bewusst zu werden ist wie ein Blick in den Spiegel...

Die Welt besteht nur aus Gegensätzen,ohne Tag,keine Nacht, ohne Ebbe keine Flut....ohne Trauer,keine Freude...

oder woher willst du wissen,was Freude ist,wenn du die Trauer nicht kennst?

Du musstest den Weg doch gehen ,gefüllt mit Trauer,sonst wüsstest du ja nicht,was das Freudlose ist,welches du so anstrebst.
Beginne selbst an dir zu arbeiten. Stell dir vor,ein jedes Leid ist ein Stein und den hebe auf,schaue ihn dir nochmal genau an und wenn du dir sicher bist,dass du jenes Leid verstanden hast,so trage es zu deinem
Berg.
Ich nenne ihn,den Berg der Erkenntnis....,wenn du oben angekommen bist,bist du mit den Erkenntnissen gewachsen.
Und dieses Gefühl der Freude übermannt dich,weil du selbst dein Schicksal verändert hast...

Nur,ein Ego geteilt durch 2 und alles Negative verschwindet,ergibt gleich Null.....du bist Beides...
Licht und Schatten.

Mir fällt da ein Beispiel ein,Platons Höhlengleichnis....schau es dir mal an. Diese Menschen kannten nichts anderes,als das,was sie ihr lebenlang nur sahen,hörten....
Nur,lebst du so,leben wir wirklich alle so?

Liebe Grüße,phaeton

dein Herz ist die größte Freude....es schenkt dir Licht Heart Heart Heart
Die Augen eines Wolfes öffen dir das Tor zum Ursprung,so öffne dein Herz und du wirst wissen...Erkenntnisse sind der Weg zur Weisheit...
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#23
(11.11.2020, 12:29)Melvin schrieb:
Zitat:Elevation Eight: was willst Du erreichen?
Ich denke, ja, da bin ich auch ganz ehrlich, den Egotod. 

Seid ihr überhaupt noch da?
Ja, manchmal - die Pausen zwischen den Zusammenbrüchen werden halt immer kürzer.

Egotod ist ein fetziges Statement, da fällt es schwer was drauf zu antworten.
Und es ist natürlich auch ein richtiges Statement - insofern als das eines der wirklich interessanten und spannenden Dinge ist, die man zu erreichen versuchen kann. Ich würde allerdings meinen, dass man für sowas, wie überhaupt für extreme Begehungen, zuerst eine sehr gute körperliche, geistige und seelische Kondition haben sollte.
Und ja, diese Übung wird einem alle Fragen beantworten - aber man wird daraus auch nicht wirklich etwas gewinnen, die voherigen Baustellen (Wasser schleppen und Holz hacken) werden auch nachher noch da sein.

(15.11.2020, 18:52)Melvin schrieb: Ich weiß nicht, ich stelle ihn mir eigentlich nicht vor. Wahrscheinlich klingt das auch zu martialisch und ich meine eigentlich was ganz anderes.

Na wenn das so ist, dann lass da besser erstmal die Finger davon.

Zitat:Ich will freudvoll sein, das ist wohl wirklich mein Ziel. Dafür bin ich hier. Freude. Freudlosigkeit (Anhedonie) sei eine zentrale Symptomatik des depressiven Syndroms. Ich glaube, dass das Ich in mir macht, dass ich freudlos bin. Es sieht die Welt sehr schwarz, verneint sie, will hinfort. Es ist sehr raffiniert dabei, obwohl ich es schon einige Male durchschaut habe. Ich habe wirklich mehr als einmal durch mein Ego hindurch in die Welt geschaut und das war freudvoll. Mehr als alles andere, das mir je geschehen ist. Vielleicht verstehst du mich nun besser?

(Was ich jedenfalls nie wieder vorhabe: Mich in eine verhaltenstherapeutische Therapie zu begeben, die mit Biegen und Brechen ein verdorbenes Ego aufzrichten bestrebt ist. Bla alles ist erlernt. Bla alles ist verlernbar. Bla Neuroplastizität. Bla bla bla. Anstatt ein Trümmerfeld zu räumen, wäre es doch logischer, dasselbe zu verlassen!?)

Das klingt sehr nach "seelischen Hausaufgaben"... Ich stimme Dir zu, Verhaltenstherapie ist im grunde Dressur - soetwas taugt für Pferde oder Hunde, aber ist nicht menschenwürdig.
Was Du da konkret für eine Hausaufgabe hast, kann ich von hier aus nicht sagen. Aber spirituelles Extrembergsteigen (aka Egotod) ist kaum die Lösung und kann eher noch zusätzliche Probleme anschleppen.

(11.11.2020, 19:08)phaeton schrieb: Es heißt ja ,dass zb. budhistische Mönche ohne jegliches Ego leben...,oder anderst ausgedrückt,dies ihr Ziel bis zur vollendenten Weisheit sei....,was ja über Jahrzehnte des Lernens,bishin zur Selbstaufgabe praktiziert wird...
Wobei das Wort "Selbstaufgabe" nichts anderes bedeutet,sein eigenes Ich vollkommen "hinten anzustellen"...

Es "heisst" sehr viel - aber was heisst das schon? Weisst Du denn was das Ego genau ist, und was es folglich bedeutet, wenn man ohne es lebt? Mit Selbstaufgabe hat das übrigens nichts zu tun, das wäre eine Geschichte der Moral, aber was mit Egotod gemeint ist, ist keine Moralsache, sondern ein konkreter, 'technischer' Vorgang im Bewusstsein.


Du brauchst dazu keine buddhistischen Mönche anbringen. C.G.Jung hat in den Tavistock Lectures erklärt "Das Ich ist ein Komplex wie jeder andere". Und das bedeutet, du kannst das Ich auch auflösen wie jeden anderen Komplex.

Der Geist und die Seele sind nicht abgegrenzt - und sind auch nicht wirklich sterblich. Lediglich unser Körper ist erfahrbar abgegrenzt - und sterblich.
Irgendwann in seiner Entwicklung lernt ein Kind, sich selbst mit seinem Körper zu identifizieren, diesen als abgegrenzt und als getrennt vom Rest der Schöpfung zu verstehen, und das Resultat "Ich" zu nennen. (Wir nennen das den Sündenfall - weil das Getrenntsein von der Schöpfung, aka Gottesferne, die einzige wirkliche Sünde ist.)

Alle Erfahrungen, die man dann im weiteren Leben macht, werden an dieses "Ich" drangepappt - und das ist dann der besagte Komplex.

Den kann man wegnehmen. Also, wenn du dir zB wirklich überzeugend klarmachst, dass du hier und jetzt stirbst, dann wird er sich einfach auflösen, weil er ja nicht mehr gebraucht wird. Das ist aber eine recht fetzige Erfahrung, weil dabei alles, bis so irgendwo zurück ins dritte oder vierte Lebensjahr, zurückrollt und nicht mehr mir dir identifiziert ist, und du wieder im ursprünglichen Zustand von Gottes Unmittelbarkeit landest.


Inwieweit man Gefahr läuft, sich bei so einer Übung in seinen eigenen karmischen Verstickungen, sonstigen Komplexen und Leichen im Keller zu verheddern und übel wehzutun, weiss ich nicht genau. Bei mir hat's funktioniert - ich empfehle es aber nicht weiter, weil die Sache ihren Preis hat: es fällt danach recht schwer, ein normales Sozialleben mit normalen Mitmenschen in einem normalen Gefüge zu praktizieren - weil man nicht mehr auf demselben Level der Interessen und Bedürfnisse unterwegs ist. Im Grunde müsste man sich in eine art religiöse Gemeinschaft begeben, um da ein befriedigendes Miteinander zu haben - vorausgesetzt es gäbe passende solche Gemeinschaften.
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#24
(22.01.2021, 02:31)Elevation Eight schrieb:
(11.11.2020, 12:29)Melvin schrieb:
Zitat:Elevation Eight: was willst Du erreichen?
Ich denke, ja, da bin ich auch ganz ehrlich, den Egotod. 

Seid ihr überhaupt noch da?
Ja, manchmal - die Pausen zwischen den Zusammenbrüchen werden halt immer kürzer.

Egotod ist ein fetziges Statement, da fällt es schwer was drauf zu antworten.
Und es ist natürlich auch ein richtiges Statement - insofern als das eines der wirklich interessanten und spannenden Dinge ist, die man zu erreichen versuchen kann. Ich würde allerdings meinen, dass man für sowas, wie überhaupt für extreme Begehungen, zuerst eine sehr gute körperliche, geistige und seelische Kondition haben sollte.
Und ja, diese Übung wird einem alle Fragen beantworten - aber man wird daraus auch nicht wirklich etwas gewinnen, die voherigen Baustellen (Wasser schleppen und Holz hacken) werden auch nachher noch da sein.

(15.11.2020, 18:52)Melvin schrieb: Ich weiß nicht, ich stelle ihn mir eigentlich nicht vor. Wahrscheinlich klingt das auch zu martialisch und ich meine eigentlich was ganz anderes.

Na wenn das so ist, dann lass da besser erstmal die Finger davon.

Zitat:Ich will freudvoll sein, das ist wohl wirklich mein Ziel. Dafür bin ich hier. Freude. Freudlosigkeit (Anhedonie) sei eine zentrale Symptomatik des depressiven Syndroms. Ich glaube, dass das Ich in mir macht, dass ich freudlos bin. Es sieht die Welt sehr schwarz, verneint sie, will hinfort. Es ist sehr raffiniert dabei, obwohl ich es schon einige Male durchschaut habe. Ich habe wirklich mehr als einmal durch mein Ego hindurch in die Welt geschaut und das war freudvoll. Mehr als alles andere, das mir je geschehen ist. Vielleicht verstehst du mich nun besser?

(Was ich jedenfalls nie wieder vorhabe: Mich in eine verhaltenstherapeutische Therapie zu begeben, die mit Biegen und Brechen ein verdorbenes Ego aufzrichten bestrebt ist. Bla alles ist erlernt. Bla alles ist verlernbar. Bla Neuroplastizität. Bla bla bla. Anstatt ein Trümmerfeld zu räumen, wäre es doch logischer, dasselbe zu verlassen!?)

Das klingt sehr nach "seelischen Hausaufgaben"... Ich stimme Dir zu, Verhaltenstherapie ist im grunde Dressur - soetwas taugt für Pferde oder Hunde, aber ist nicht menschenwürdig.
Was Du da konkret für eine Hausaufgabe hast, kann ich von hier aus nicht sagen. Aber spirituelles Extrembergsteigen (aka Egotod) ist kaum die Lösung und kann eher noch zusätzliche Probleme anschleppen.

(11.11.2020, 19:08)phaeton schrieb: Es heißt ja ,dass zb. budhistische Mönche ohne jegliches Ego leben...,oder anderst ausgedrückt,dies ihr Ziel bis zur vollendenten Weisheit sei....,was ja über Jahrzehnte des Lernens,bishin zur Selbstaufgabe praktiziert wird...
Wobei das Wort "Selbstaufgabe" nichts anderes bedeutet,sein eigenes Ich vollkommen "hinten anzustellen"...

Es "heisst" sehr viel - aber was heisst das schon? Weisst Du denn was das Ego genau ist, und was es folglich bedeutet, wenn man ohne es lebt? Mit Selbstaufgabe hat das übrigens nichts zu tun, das wäre eine Geschichte der Moral, aber was mit Egotod gemeint ist, ist keine Moralsache, sondern ein konkreter, 'technischer' Vorgang im Bewusstsein.


Du brauchst dazu keine buddhistischen Mönche anbringen. C.G.Jung hat in den Tavistock Lectures erklärt "Das Ich ist ein Komplex wie jeder andere". Und das bedeutet, du kannst das Ich auch auflösen wie jeden anderen Komplex.

Der Geist und die Seele sind nicht abgegrenzt - und sind auch nicht wirklich sterblich. Lediglich unser Körper ist erfahrbar abgegrenzt - und sterblich.
Irgendwann in seiner Entwicklung lernt ein Kind, sich selbst mit seinem Körper zu identifizieren, diesen als abgegrenzt und als getrennt vom Rest der Schöpfung zu verstehen, und das Resultat "Ich" zu nennen. (Wir nennen das den Sündenfall - weil das Getrenntsein von der Schöpfung, aka Gottesferne, die einzige wirkliche Sünde ist.)

Alle Erfahrungen, die man dann im weiteren Leben macht, werden an dieses "Ich" drangepappt - und das ist dann der besagte Komplex.

Den kann man wegnehmen. Also, wenn du dir zB wirklich überzeugend klarmachst, dass du hier und jetzt stirbst, dann wird er sich einfach auflösen, weil er ja nicht mehr gebraucht wird. Das ist aber eine recht fetzige Erfahrung, weil dabei alles, bis so irgendwo zurück ins dritte oder vierte Lebensjahr, zurückrollt und nicht mehr mir dir identifiziert ist, und du wieder im ursprünglichen Zustand von Gottes Unmittelbarkeit landest.


Inwieweit man Gefahr läuft, sich bei so einer Übung in seinen eigenen karmischen Verstickungen, sonstigen Komplexen und Leichen im Keller zu verheddern und übel wehzutun, weiss ich nicht genau. Bei mir hat's funktioniert - ich empfehle es aber nicht weiter, weil die Sache ihren Preis hat: es fällt danach recht schwer, ein normales Sozialleben mit normalen Mitmenschen in einem normalen Gefüge zu praktizieren - weil man nicht mehr auf demselben Level der Interessen und Bedürfnisse unterwegs ist. Im Grunde müsste man sich in eine art religiöse Gemeinschaft begeben, um da ein befriedigendes Miteinander zu haben - vorausgesetzt es gäbe passende solche Gemeinschaften.

Egotod. Heute macht mich dieses Vorhaben traurig. Soeben schaute ich einen sehr hübschen Vortrag über "the power of vulnerability". Vielleicht deckel ich mal wieder meine endlose Scham mit solchen Ambitionen. Findest du dich liebenswert? Ich für meinen Teil denke mir immer: "Da fehlt noch was. Aber ich komm schon noch dorthin". Meinen Selbstwert hab ich eigentlich immer über Dinge, die mich außergewöhnlich machen, definiert. Bloß kein Massenmensch sein. Das ist ein recht anstrengender Lebensentwurf. Was meinst du eigentlich mit "Zusammenbrüchen"? Das mit den Pausen dazwischen liest sich furchtbar. 


Ja, was sind meine seelischen Hausaufgaben? Meine Psychoanalyse drängt mich derzeit stark ins Betrachten meiner Kämpfe. Davon hab ich reichlich in mir. Und die laufen auch täglich ab. Dazwischen sind sehr wenige Pausen. Ich wäre gern verliebt. 

Zitat:Inwieweit man Gefahr läuft, sich bei so einer Übung in seinen eigenen karmischen Verstickungen, sonstigen Komplexen und Leichen im Keller zu verheddern und übel wehzutun, weiss ich nicht genau. Bei mir hat's funktioniert - ich empfehle es aber nicht weiter, weil die Sache ihren Preis hat: es fällt danach recht schwer, ein normales Sozialleben mit normalen Mitmenschen in einem normalen Gefüge zu praktizieren - weil man nicht mehr auf demselben Level der Interessen und Bedürfnisse unterwegs ist. Im Grunde müsste man sich in eine art religiöse Gemeinschaft begeben, um da ein befriedigendes Miteinander zu haben - vorausgesetzt es gäbe passende solche Gemeinschaften
Das hab ich mir gedacht, dass es so ausgehen kann. Jetzt verstehe ich dich ein bisschen besser. Weißt du noch, was dich wirklich zu diesem Schritt animiert hat?
The whole man must move together. 
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#25
(22.01.2021, 16:39)Melvin schrieb: Soeben schaute ich einen sehr hübschen Vortrag über "the power of vulnerability". Vielleicht deckel ich mal wieder meine endlose Scham mit solchen Ambitionen. Findest du dich liebenswert?

Ich? Keine Ahnung. Das hab ich mich irgendwie nie gefragt. Meine Fragestellung war immer: <wozu bin ich hier, was soll ich hier mit dieser Welt machen?>
Ich meine, als ich in der Schule war, in den 70ern, da hiess es überall: <Alle Gewalt geht immer von Männern aus. Alle Kriege werden von Männern geführt. Alle Unterdrückung und Sklaverei und aller Mißbrauch wird immer von Männern verursacht. Deswegen dürfen Männer nicht geliebt werden.> Das war die neue Politik der '68er', und das galt es zu akzeptieren. Liebenswert zu sein war da von vorneherein schon gar keine Option.
Dann hieß es noch, die Künstler und Musiker, also die Kreativen, die wären vielleicht noch liebenswert - aber für derlei hatte ich überhaupt kein Talent. Und dann hab ich mich natürlich gefragt, was mit mir falsch ist, wieso ich mich für Naturwissenschaft+Technik interessiere (also für den Inbegriff des Bösen und Menschenfeindlichen).

Und dann - in der Schule hatten wir noch eine recht gute Klassengemeinschaft, also da konnte man auch Ideen miteinander austauschen - als ich dann Studieren versucht hab, hab ich schnell gelernt, dass es soetwas nicht mehr gibt, sondern bei allem was man tut geht es nur darum, daß es einem Profit bringt. Auch Bekanntschaften, Beziehungen (sog. "Netzwerke") braucht man nur dazu, dass sie einem nützen.
Liebenswert zu sein ist also auch da irrelevant.

Insofern war meine Motivation für die Suche, dass ich in dieser Welt eh nichts zu verlieren hab, und dass ich wissen wollte, was Gott sich bei dem Scheiß eigentlich gedacht hat. (Antwort ist: gar nix, es sind die Menschen, die derlei Dreck ausgeheckt haben.)

Zitat:Was meinst du eigentlich mit "Zusammenbrüchen"? Das mit den Pausen dazwischen liest sich furchtbar.

Naja, ich bin vor paar Jahren aus dem Job gefeuert worden. Das fand ich nicht allzu schlimm, weil ich dann endlich Zeit hatte, meine eigenen Dinge zu betreiben - ich war im Grunde jede zweite Woche unterwegs irgendwo in Europa, um Erkundungen anzustellen, in gewissen Dingen die mich interessieren. Das war soweit alles schön und gut.
Aber jetzt hab ich schon fast ein Jahr lang mit keinem Menschen mehr ein Wort geredet - und das ist seelisch extrem belastend. Da wird man zum Kaspar Hauser, denn der Mensch ist ein soziales Wesen und hält das nicht aus.

Aber da kann man halt nix machen. Wir sitzen ja jetzt alle nur noch da und warten darauf, dass wir endlich sterben, weil man uns jeden anderen Lebensinhalt verboten hat (und offenbar sind alle glücklich damit).


Zitat: Jetzt verstehe ich dich ein bisschen besser. Weißt du noch, was dich wirklich zu diesem Schritt animiert hat?
[/quote]

Naja, ich bin da halt so reingeschlittert. Das war ja nicht geplant - mir war nur klargeworden, dass es mit dem Bewusstsein noch irgendwie mehr auf sich haben muss, was die offizielle Schulweisheit nicht beschreibt. Und da wollte ich halt wissen was da los ist.
Aber im unbewussten Hintergrund war mein Motiv wohl schon die Frage, was sich Gott bei dem Scheiss hier gedacht hat (wobei ich zu dem Zeitpunkt gar nicht erst an Gott geglaubt hab).
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