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Der Wert der Renaissancemusik
#1
Die Musik Meines Vaters PD Dr. Med. Wolfgang Otte


Mein Vater war zwar ein studierter Mediziner und Spezialist für Innere und Lungenkrankheiten, seine Leidenschaft galt aber der der Alten Musik, speziell der Renaissance Musik.

   
   

Diese Musik hat mich vermutlich schon im Bauch meiner Mutter Gundula Otte (geb. Galle) geprägt.

   

Als Kinder sind wir dann ganz selbstverständlich zu Posaunenklängen eingeschlafen und es war für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir neben unserer klassischen Musikausbildung auch die verschiedenen historischen Musikinstrumente spielen konnten und von denen gab es im Hause Otte wirklich viele. Von der Orgel, dem Cembalo, den Gamben angefangen bis hin zu sämtlichen Blasinstrumenten, die man in Renaissancezeit antreffen konnte. Und diese Instrumente wurden eben nicht nur gesammelt, sondern auch alle von der Familie und dem Freiburger Consort bis zum Tod meines Vaters 1984 gespielt.

Danach war leider niemand mehr in der Lage dieses wirklich schöne Projekt weiter zu führen. Im kleineren Rahmen lebte es immer mal wieder an verschiedenen Stellen auf, die Kraft, die mein Vater dem Projekt einhauchen konnte, wurde aber nie wieder von jemandem erreicht.

   

Matthias mit Band als Straßenmusiker mit Baßdulcian 1985 vor dem Freiburger Münster(Sein Lieblingserbstück, das er in Notzeiten leider unter Preis verkaufen musste, um seiner damaligen Familie das Überleben zu sichern.)

Während ich diese Zeilen schreibe, fällt mir auf, dass ich die Trauerarbeit immer noch nicht ganz abgeschlossen habe. Wenn ich mich in die Thematik einfühle, kann es passieren, dass mir immer noch Tränen, die Wangen herunter rollen. Da hilft mir die Trauermusik von Beatrice Egli: „Glücksgefühle“

Dies erwähne ich hier auch, weil man daran erkennen kann, dass Trauerarbeit unter gewissen Umständen sehr lange dauern kann. Bei mir nun (ganz grob gerechnet) schon über 30 Jahre. Von Auschwitzüberlebenden weiß ich, dass dieser Prozess noch länger andauern kann. Ich möchte hier uns Deutsche nicht anschwärzen, aber doch betonen, dass wir nach wie vor für dieses Leiden verantwortlich sind. Die späte Geburt mag für uns eine Gnade sein, aus der Verantwortung entlässt sie uns aber nicht!!!

Der Neid auf die Juden, weil sie mehr Geld haben als wir, ist absolut idiotisch!!!

Dafür bekommen wir von Ihnen unsere besten Lehrer!!!

Und Jesus war da eben nur einer unter vielen!!!

Das jedenfalls waren die letzten Worte, die mein Vater vor seinem Tode zu mir sprach. Damals war ich als überzeugter Christ geschockt von diesen Worten. Wenn ich bedenke, wie sehr ich auch von anderen Lehrern profitiert habe, gebe ich ihm heute zu 100% recht.

Ivan Rebroff - Wenn ich einmal reich wär 1986

Mit freundlichen Grüßen
Matthias Nikolaus Otte
Siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.   Matth. 28, 20.


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